Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Erkelenz

Erkelenz. Mit viel Wortwitz begann die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Erkelenz in der Erkelenzer Stadthalle: Veronika Maruhn und Francesco Russo vom Raiffeisentheater stellten in „Eine geniale Idee“ die 200-jährige Erfolgsgeschichte des Genossenschaftswesen dar. Aber diese Erfolgsgeschichte muss in diesem Tagen mit sehr vielen Hemmnissen und Widerständen klarkommen. Darauf wies Vorstandsmitglied Ulrich Lowis hin, der in seinem Vortrag die Niedrigzinsen, die zunehmende Digitalisierung und die ausufernde Regulatorik im Bankenwesen thematisierte.

Nach dem Wortwitz kamen die nackten Zahlen: Eine Dividende von 4,25 Prozent beschloss die Versammlung unter der Leitung der Aufsichtsratsvorsitzenden Angela Peschen einstimmig. Durch die Dividendenzahlung werden rund 365.000 Euro des Bilanzgewinns von rund 679.000 Euro, den die Raiffeisenbank im letzten Jahr erwirtschaftet hat, an die Mitglieder der Raiffeisenbank ausgeschüttet. Rund 270.000 Euro fließen in Rücklagen, der Restbetrag wird in dieses Jahr übertragen.

Vorstandsmitglied Walter Steinbusch hatten den 103 Vertretern der 12.128 Anteilseigner der Raiffeisenbank Erkelenz die Zahlen präsentiert. Er sprach von einer angemessenen Dividende bei einem Bilanzgewinn, der gegenüber 2016 um rund 30.000 Euro gesunken ist. Hingegen erhöhte sich die Bilanzsumme der Raiffeisenbank um rund 16,8 Millionen Euro auf rund 429,9 Millionen Euro. Insgesamt, so Steinbusch könne die Raiffeisenbank Erkelenz in einem schwierigen Umfeld „ein mehr als zufriedenstellendes, ja, in unseren Augen ein sehr gutes Ergebnis“ vorweisen. Doch trotz des halbwegs konstanten Betriebsergebnisses und des Bilanzgewinns schaut Steinbusch nicht unbedingt optimistisch in die Zukunft. Mit Hinblick auf den stets rückläufigen Zinsüberschuss, der auch in den nächsten Jahren anhalten werde, müsse die Raiffeisenbank an der konsequenten Reduzierung ihrer Kosten arbeiten. Die dramatische Abnahme des Zinsüberschusses, nicht zuletzt verursacht durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, könne existenzgefährdend werden, wenn die Bank nicht durch weitreichende Kostensenkungen und geeignete Maßnahmen entgegensteuere. Erschwert werde diese Aufgabe durch weiter wachsende Regulatorik, die wie die Digitalisierung die Bank vor Herausforderungen stelle. Überlegungen über „weitere erforderliche Zusammenschlüsse mit geeigneten Partnern“ müssten angestellt werden.

Dennoch sieht Steinbusch die Raiffeisenbank Erkelenz auf einem guten Weg. Im letzten Jahr hätte sich die Fusion mit der VR-Bank Rur-Wurm sich positiv auf die Bilanz ausgewirkt. In diesem Jahr könnten durch das neue Filialkonzept, die geänderten Öffnungszeiten und auch durch das Onlinebanking rund um die Uhr weitere Einsparungen möglich werden. Ein zusätzlicher, kostenreduzierender Schritt in eine stabile Zukunft könnte die bis 2019 anstehende Änderung des EDV-Betriebssystems bewirken.

Ohne Diskussion nahm die Versammlung den Bericht von Steinbusch ebenso zur Kenntnis wie den vorhergehenden Bericht von Lowis. Einstimmig wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Mit den Wahlen zum Aufsichtsrat endete die Vertreterversammlung. Dabei musste aus Altersgründen Dr. Hans-Gerhard Kamerichs seinen Platz im Aufsichtsrat freimachen. Er erhielt von Carsten Waldhelm vom Genossenschaftsverband für seine mehr als 22 Jahre dauernde ehrenamtliche Tätigkeit für die Raiffeisenbank Erkelenz neben einer Ehrenurkunde die Ehrennadel des Deutschen Genossenschaftsverbands. Mit dem Ende der Versammlung endete auch die Tätigkeit dieser Vertreterversammlung. Ein von der Versammlung eingesetzter Wahlausschuss kümmert sich um die Wahl von Vertretern für die nächste Vertreterversammlung 2019.