Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Erkelenz

Erkelenz. Nicht nüchterne Zahlen, sondern zwei engagierte Persönlichkeiten standen im Mittelpunkt der Vertreterversammlung, zu der die Raiffeisenbank Erkelenz in die Stadthalle Erkelenz eingeladen hatte.

An vorderster Stelle stand dabei Angela Peschen, die nach fast 33-jähriger Tätigkeit im Aussichtrat der Raiffeisenbank wegen Erreichens der satzungsgemäßen Altersgrenze ausscheiden musste. Ihre Verdienste würdigten Carsten Waldhelm vom Genossenschaftsverband – Verband der Regionen, und Vorstand Walter Steinbusch. Angela Peschen, die seit Dezember 1986 dem Aufsichtsrat angehört, hatte „Pionierarbeit“ geleistet, wie beide Redner betonten. Sie war die erste Frau in diesem Gremium, das sie in den letzten elf Jahren als Vorsitzende leitete. Sie habe unter anderem bei den beiden Fusionen während dieser Zeit tatkräftig mitgewirkt und dafür gesorgt, dass der vergrößerte Aufsichtsrat als ein Gremium tätig wurde. Gut strukturiert habe sie die Sitzungen geleitet und sich bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit immer von den Fundamenten des Genossenschaftswesens leiten lassen; nämlich von der Verlässlichkeit, dem Vertrauen und der Nähe. Für ihre Verdienste zeichnete sie Waldhelm mit der goldenen Ehrennadel des Genossenschaftsverbands aus.

Mit Angela Peschen verlässt Heinrich Schurf satzungsbedingt den Aufsichtsrat, dem er zwölf Jahre angehört hat. Mit einer Ehrenurkunde bedankte sich der Genossenschaftsverband für seine Arbeit. Sie war, wie Steinbusch sagte, von einem kritischen Hinterfragen, sehr genauen Beobachten und guten Ratschlägen geprägt gewesen.

Mit viel Beifall wurden die Beiden von der Versammlung verabschiedet. Ihre beiden Plätze im Aufsichtsrat wurden entsprechend des Fusionsvertrags nicht wiederbesetzt. Die beiden turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Reiner Dohlen und Matthias Schick wurden wiedergewählt.

Einstimmig waren alle anderen Beschlüsse gefasst worden. So wird es für die 12.274 Anteilseigner der Genossenschaftsbank eine Dividende von 3,25 Prozent geben auf der Basis des Bilanzgewinns von 525.000 Euro. Wie die Vorstandsmitglieder Ulrich Lowis und Walter Steinbusch in ihren Erläuterungen zum Geschäftsjahr 2018 sagten, habe sich die Raiffeisenbank Erkelenz in einem schwierigen Umfeld „wieder einmal achtbar“ geschlagen. Die gesunkenen Zinserträge hätten nicht in vollem Umfang durch gestiegene Provisionen ausgeglichen werden können. Nicht zuletzt ihre regionale Ausrichtung und die Nähe zu den Kunden hätten dazu geführt, dass die Bank auch in schweren Zeiten gut dastehe.

Die Digitalisierung und die zunehmende Technologie sorgen für eine ständige Veränderung, wozu auch eine aktuelle Umstellung des elektronischen Systems gehört. „Als regionale Raiffeisenbank Erkelenz liegt unser geschäftspolitischer Focus zudem ganz klar auf der hiesigen Region“ versicherte Lowis. Mit dem Wissen vor Ort und den Kenntnissen der Gegebenheiten sei die Bank in der Lage, insbesondere den Mittelstand zuverlässig und effizient zu finanzieren.

Die Bilanzsumme der Bank erhöhte sich im vergangenen Jahr um 28 Millionen auf 458 Millionen Euro. „Wir bedienten 26.190 Kunden mit 42.783 Konten“, sagte Steinbusch. Für die Kunden waren 110 Mitarbeiter tätig. Das Eigenkapital der Bank blieb mit 41 Millionen Euro fast unverändert. Aufgrund der schwierigen Ertragslage habe die Raffeisenbank begonnen, eigene Immobilien zu bauen und zu vermieten, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. In seinem Fazit meinte das Vorstandmitglied: „Trotz des rückläufigen Ergebnisses war unter Berücksichtigung und der besonderen Belastung unserer Bank durch Umstellungen ein gutes Jahr.“ Er versicherte, dass an weitere Fusionen aktuell kein Gedanke verschwendet werde, auch wenn es anderen Ortes weitere Fusionswellen geben könnte. Allerdings meinte er auch, dass Einsparungen bei Personal- und Sachkosten genauso unumgänglich sein werden wie Wachstum und Vertriebserfolge. „Durch das veränderte Kundenverhalten sind auch die kleinen und mittleren Filialen in ihrer Existenz bedroht, weil sie nicht mehr kostendeckend betrieben werden können.“